Konfiguration & Installation
Bevor Sie unsere Kamera-Systeme montieren, sollten Sie sich über die Wahl der optimalen Perspektive sowie die für Ihre Zwecke optimale Halterung der Kameraköpfe Gedanken machen.
Außerdem geben wir Ihnen hier wertvolle Tipps zur Montage der Kameraköpfe und der Integration des Steuerrechners.
Die Konfiguration der optimalen Perspektive(n)
Ob von der Maschinendecke nach unten, von der Seite oder ganz nah aus Sicht des Werkzeugs selbst: Unsere Kamera-Systeme ermöglichen eine ganze Reihe revolutionärer Perspektiven. Welche für Ihre Maschine am meisten Sinn machen, bestimmen Sie.
Aus Sicht des Werkzeugs: Tool View
Die Bearbeitung aus nächster Nähe beobachten? Die Kamera-Systeme von Rotoclear sind so konzipiert, dass ein Kamerakopf direkt am Spindelstock in unmittelbarer Nähe der Werkzeugaufnahme eingebaut werden kann. Dies sollte meist jedoch schon bei der Konfiguration der Maschine berücksichtigt werden.
- Die Vorteile: Diese Perspektive ermöglicht den Anwender:innen, das Werkzeug immer groß im Blick zu behalten – und so einzigartig detaillierte Einblicke in den Bearbeitungsprozess zu gewinnen.
- Unsr Tipp: Die Integration dieser Kamera-Perspektive sollte bereits bei der Konfiguration der Maschine berücksichtigt werden. Sprechen Sie bei Interesse Ihren Maschinenhersteller auf die Option von “Tool View” an.
Sicht von oben: Top View
Die Perspektive von der Maschinendecke nach unten mit dem gesamten Maschinenraum im Blick ist die perfekte Ergänzung der Tool-View-Perspektive.
- Die Vorteile: Top View ermöglicht den Anwender:innen, die Orientierung zu behalten, da neben dem Gesamtgeschehen auch Referenzpunkte und Automatisationskomponenten im Blick bleiben.
- Unser Tipp: Wenn Sie die Kamera konsequent an einer X-, Yoder Z-Achse ausrichten, wird die Orientierung für die Anwender:innen noch leichter.
Sicht von der Seite: Side View
Der Blick von der Seite auf die Bearbeitungsprozesse kann in unterschiedlichen Fällen sinnvoll sein: Zum einen können Anwender:innen so den Werkzeugwechsel immer im Blick behalten. Andererseits ist die Side View auch eine gute Alternative, wenn ein Tool-View-Einbau nicht möglich ist.
- Die Vorteile: Der Blick von der Seite ermöglicht Detailaufnahmen, ohne das direkte Umfeld (wie z.B. den Werkzeugwechsler) aus den Augen zu verlieren.
- Unser Tipp: Wenn Sie ein Rotoclear Kamera-System 1in Ihrer Maschine nachrüsten, ist die Side-View-Perspektive die perfekte Alternative, um auch von außen möglichst nah am Bearbeitungsprozess zu sein.
Der optimale Fokus
Um die Kamera bestmöglich vor den rauen Bedingungen im Inneren der Maschine zu schützen, haben wir den Kamerakopf gekapselt. Das bedingt normalerweise einen voreingestellten Fokus. Bei der Konfiguration Ihres Setups können Sie, je nach Einsatzbereich, zwischen Kameraköpfen mit verschiedenen Schärfebereichen wählen.
Die F1 Linse hat einen Schärfebereich von 200 bis 500 mm und kommt deshalb überall dort zum Einsatz, wo die Kamera nah am Geschehen ist, wie z.B. im Fall der Perspektive aus Sicht des Werkzeugs selbst (Tool View).
Der Schärfebereich der F2 Linse liegt bei 500 bis 6000 mm. Sie wird eingesetzt, wenn die Kamera einen größeren Bereich im Blick haben soll, wie z.B. im Fall der Top-View-Perspektive.
Sie können ihren Kamerakopf auch mit zwei unterschiedlichen Optiken (und somit zwei Schärfebereichen) ausstatten. Damit bleiben Sie immer flexibel was den Einsatzort und die Perspektive Ihres Kamerakopfs.
Im Falle des Rotoclear C Pro bieten wir neben den oben genannten Foki auch die Option eines Kamerakopfs, der mit einer Flüssiglinse ausgestattet ist (wahlweise Tele oder Weitwinkel). Damit können Sie via Tap den Fokus variabel an verschiedene Stellen im Raum anpassen.
Das richtige Datenkabel
Unsere Datenkabel sorgen für eine genauso schnelle wie zuverlässige Datenübertragung. Sie sind kühlschmierstoffbeständig, schleppkettentauglich und speziell für die harten Bedingungen in der Werkzeugmaschine ausgelegt.
Die Datenkabel sind in zwei Längen verfügbar:
- 10 m (Standard)
- 20 m
In Großraummaschinen oder Portalmaschinen kann es vorkommen, dass mehr als 20 m Reichweite benötigt werden. Für diese Fälle haben wir unseren Signalverstärker den Rotoclear C-Extender entwickelt. Er wird an das Datenkabel angeschlossen und kann die Reichweite von 20 m auf maximal 60 m erhöhen.
- 40 m = 20 m + 20 m → 1 x Rotoclear C-Extender nötig
- 60 m = 3 x 20 m → 2 x Rotoclear C-Extender nötig
Montage der Kameraköpfe
Wir wissen nicht, wie Ihre Maschine aussieht oder an welcher Position im Maschineninnenraum Sie die Kameraköpfe platzieren möchten. Die Anforderungen können hier ganz unterschiedlich sein. Deshalb bietet Rotoclear Ihnen gleich drei unterschiedliche Montage-Optionen.
Vorteile der Kugelhalterung
Die Kugelhalterung ist die eleganteste Einbauvariante für Ihre Kameraköpfe: Dabei wird die Kamera innerhalb der Blechwand verbaut und ist damit dezent in den Maschineninnenraum integriert.
- Die Kamera lässt sich in der Kugelhalterung um ±20°schwenken und um 360° drehen.
- Da sie in der Kugelhalterung nur minimal in den Raum ragt, entstehen hier kaum Spänenester.
Einbau der Kugelhalterung
Die Montage der Kugelhalterung kann komplett vom Arbeitsraum der Maschine aus erfolgen. Dabei gibt es zwei Installationsvarianten:
- Variante A: Hier muss ein Montageausschnitt mit einem Durchmesser von 115mm erzeugt werden. Jetzt kann das Gehäuse der Kugelhalterung mit Hilfe des Gegenhalters im Montageausschnitt montiert werden.
- Variante B: Hier muss ein Montageausschnitt mit einem Durchmesser von 98mm erzeugt werden, inkl. 6xM5 Gewindebohrungen. Dann kann das Gehäuse der Kugelhalterung ohne die Hilfe des Gegenhalters direkt in der Blechwand verschraubt werden.
Vorteile der Flex-Armhalterung
Im Falle der Flex-Armhalterung wird der Kamerakopf vorne auf einem Gelenkarm installiert, so dass sie weiter in den Raum hineinragt. Die Flexarm-Halterung kann in die Blechwand eingebaut sein, vor der Wand montiert oder ganz einfach und flexibel per Magnet fixiert werden.
Da die Flexarm-Halterung an jedem seiner Gelenke um ±20° schwenkbar und um 360° rotierbar ist, können Sie damit noch leichter die optimale Perspektive der Kamera einstellen. Zudem sorgt der Arm dafür, dass die Distanz zum beobachteten Prozess reduziert wird.
- Unser Tipp: Mit zusätzlichen Gelenken in der Flex-Armhalterung kann man die Kamera noch freier im Raum positionieren und sie näher an den Bearbeitungsprozess bringen. Ein optionaler Schutzschlauch sorgt dafür, dass alle Zuleitungen im Arbeitsraum optimal geschützt sind.Die Kamera lässt sich in der Kugelhalterung um ±20°schwenken und um 360° drehen.
Der Blecheinbau
Beim Blecheinbau wird erst ein Loch in die Blechwand gebohrt und dann die Flex-Armhalterung direkt mit der Wand verschraubt. So können Sie das Datenkabel und den Sperrluftschlauch durch die Blechwand hindurch nach außen führen: Damit verlaufen beide komplett außerhalb des Arbeitsraums.
Die Vorwandmontage
Bei der Vorwandmontage sitzt die Flex-Armhalterung auf einem Fuß, der vor der Wand im Innenraum der Maschine festgeschraubt wird. Hier verlaufen Datenkabel und Sperrluftschlauch zunächst innerhalb des Arbeitsraums. Ein optionaler Schutzschlauch kann sie bis zur Wanddurchführung ummanteln.
Die Magnethalterung
Die Magnethalterung eignet sich perfekt für einen temporären Einbau oder dafür, die perfekte Position des Kamerakopfs im Innenraum herauszufinden. Hier wird der Kamerakopf mit Hilfe eines starken Magneten einfach an einer beliebigen Position an der Blechwand angebracht.
Die Montage am Spindelstock
Die Montage in unmittelbarer Nähe der Werkzeugaufnahme ermöglicht die Beobachtung aller Prozesse aus der Perspektive des Werkzeugs (Tool View). Diese revolutionäre Perspektive bietet Ihnen nur das Rotoclear C2.
Vorteile der Stockmontage
Die Montage am Spindelstock ermöglicht Ihnen, die Bearbeitungsprozesse aus nächster Nähe zu beobachten: Das Werkzeug bleibt dabei immer groß im Blick, so dass auch Details der Bearbeitung sichtbar werden.
Einbau am Spindelstock
Die platzsparende und robuste Bauweise des Kamerakopfs ermöglicht, ihn bei vielen Maschinenlösungen direkt am Spindelstock einzulassen. Im Idealfall sollte der Maschinenhersteller diese Integration bereits bei der Konstruktion der Maschine einplanen.
Sprechen Sie deshalb bei Interesse direkt Ihren Maschinenhersteller an. Wir unterstützen jederzeit gerne bei der Integration.
Möglichkeiten einer individuellen Montage
Natürlich können Sie den Kamerakopf über die hier vorgestellten Möglichkeiten hinaus auch an eine individuell entwickelte Befestigung anbringen. Verwenden Sie dafür einfach die Bohrungen an der Rückseite des Kamerakopfs. Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.
Einbau am Spindelstock
Die platzsparende und robuste Bauweise des Kamerakopfs ermöglicht, ihn bei vielen Maschinenlösungen direkt am Spindelstock einzulassen. Im Idealfall sollte der Maschinenhersteller diese Integration bereits bei der Konstruktion der Maschine einplanen.
Sprechen Sie deshalb bei Interesse direkt Ihren Maschinenhersteller an. Wir unterstützen jederzeit gerne bei der Integration.
Die Integration der Steuereinheit
Die Steuereinheiten unserer drei Kamera-Systeme unterscheiden u.a. sich im Umfang der Anschlussmöglichkeiten:
| Rotoclear | C Basic | C2 | C Pro |
| HDMI | |||
| USB | (für Updates) | 2.0 | 3.0 |
| Ethernet | 1 x 100 Mbit, 1x 1 Gbit | 2 x 1 Gbit | |
| RTSP-Protokolle | |||
| DisplayPort | |||
| Interne Festplatte |
Typischerweise wird der Steuerrechner in einem Schaltschrank installiert. Für die Montage auf einer Hutschiene können Sie den vormontierten Hutschienen-Clip verwenden.
Im Falle des Rotoclear C2 und des Rotoclear C Pro lässt sich die Benutzeroberfläche auch direkt in die eigene Maschinensteuerung integrieren – wie das aktuell z.B. bei DMG MORI schon der Fall ist. Über die integrierte API bei diesen beiden Systemen lässt sich das System auch an weitere Systeme oder Software-Anwendungen anbinden.
Bei allen drei Systemen ist es möglich, einen Monitor oder ein Touch-Display über ein HDMI-Kabel direkt mit dem Steuerrechner zu verknüpfen.
Das Kamera-System kann an zwei Netzwerke angeschlossen oder über eine Ethernet-Direktverbindung direkt mit dem Computer verbunden werden.
Mehr Details zu Installation und Einbindung?
Details zum Einbau und der Einrichtung sowie viele weitere wertvolle Hinweise finden Sie in den Bedienungsanleitungen der drei Kamerasysteme.
Rotoclear C Basic Betriebsanleitung
(PDF max. 8 MB)
Deutsch | Englisch
Rotoclear C2 Betriebsanleitung
(PDF max. 9,2 MB)
Deutsch | Englisch
Rotoclear C Pro Betriebsanleitung
(PDF max. 9,3 MB)
Deutsch | Englisch
Die richtige Software für Ihre Steuerungseinheit?
Auf der Suche nach der aktuellsten Software für Ihre Steuerungseinheit? Hier haben wir alles zum Download für sie bereitgestellt.
Rotoclear C Basic Software
(.fw-Datei, ca. 50 MB)
Aktuelle Version
Rotoclear C2 Software
(.fw-Datei, ca. 50 MB)
Aktuelle Version
Rotoclear C Pro Software
(.raucb-Datei, ca. 150 MB)
Aktuelle Version
Zubehör und Ersatzteile für unsere Kamera-Systeme
Sie brauchen Ersatzteile oder Zubehör für Ihr Rotoclear S3? Mit unserem Konfigurator bekommen Sie schnell genau das, was Sie benötigen.
FAQ: Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Rotoclear S3
Sie haben noch Fragen zum Rotoclear S3 selbst, zu seiner Installation, zum Betrieb oder zur Wartung? Hier haben wir die Antworten auf die häufigsten Fragen für Sie gesammelt.
- Der Motor hat einen Polungsschutz. Auf richtige Polarität und Gleichspannung achten.
- Das Gerät hat einen zulässigen Spannungsbereich. Auf die Spannungsgrenzwerte achten.
- Der Motor benötigt in der Startphase 2.5 A elektrischen Strom. Stromversorgung prüfen.
- Wasser auf die rotierende Scheibe sprühen, von innen nach außen mit einem Tuch abziehen.
- Ausgebaute Scheibe mit Ceranfeldreiniger reinigen. Einbauen und 1. ausführen.
- An ausgebauter Scheibe kristalline Schicht mit Glas-Schaber entfernen. 2. und 1. ausführen.
- Bei Leichtmetall-Zerspanung hilft eine beschichtete Scheibe. Angebot anfordern.
- Möglicherweise sind Späne in den Spalt eingedrungen. Scheibe ausbauen und Spaltbereich reinigen. Bei ferrithaltigen Spänen Haftmagnet benutzen.
- Im Falle einer Kruste im Spaltbereich diese Schicht an der Innenseite am Rotor entfernen. Die Kruste bildet sich bei Verwendung kalkhaltigen Wassers. Der Rotor muss sich frei drehen lassen.
Ihre Support-Kontakte rund um unsere Kamera-Systeme
Auch nach dem Lesen der Konfigurations- und Montageanleitung haben Sie noch Fragen zur Installation? Dann können Sie gerne unseren Support. Ihr Ansprechpartner oder Ihre Ansprechpartnerin hilft Ihnen gerne weiter.
Bei Fragen zur Konfiguration und Installation:
Markus Reiss
Bei Fragen zur Software der Kamera-Systeme:
David Jäckle
Bei Fragen zur Reklamationen und Reparaturen: